Startschuss zur Restaurierung des historischen Geläuts der Thomaskirche – Arbeiten im Glockenturm beginnen

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Quelle „Thomaskirche – Bach e.V.“

Leipzig, 19. März 2018 – Am Montag, den 12. März 2018, unterzeichneten die Pfarrerin der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas, Britta Taddiken, der Geschäftsführer des Ingenieurbüros Ritter-Müller, Jochen
Ritter-Müller, sowie der Glockenbeauftragte des Regionalkirchenamtes Leipzig, Roy Kreß, den Vertrag über die künftige Zusammenarbeit bei der Restaurierung des historischen Geläuts der Thomaskirche.
Damit fällt der Startschuss zur Restaurierung und die Arbeiten im Glockenturm der Thomaskirche können beginnen.
Das Ingenieurbüro Ritter-Müller, das über langjährige Erfahrungen im Bereich der Denkmalpflege und der Bausanierung verfügt, wird die Tragwerksplanung sowie die Bauleitung der Gesamtmaßnahmen im Glockenturm der Thomaskirche übernehmen. Zum Aufgabenbereich gehören alle planerischen Leistungen, die zur Realisierung des Projektes erforderlich sind, von der Detail- und Ausführungsplanung über die statische Bauüberwachung bis zur Abnahme des Glockenstuhls. Die Maßnahmen umfassen inhaltlich im Wesentlichen zwei Schwerpunkte: die Überprüfung des Bestands sowie die Planung und Konstruktion des neuen Glockenstuhls. Im Zuge dessen wird der Glockenstuhl im Detail aufgemessen und ein Schwingungsgutachten erstellt, das die Turmeigenfrequenz sowie die Eigenfrequenz jeder Glocke messtechnisch erfasst. Bis Ende des Sommers werden die notwendigen Abmessungen und andere Vorarbeiten erfolgen.

Die vier Bronzeglocken der Thomaskirche zählen aufgrund ihres Alters und ihrer Größe ─ die Älteste, die Gloriosa von 1477, ist 5200 Kilogramm schwer ─ zu den bedeutendsten Geläuten der sächsischen Landeskirche. Auch der hölzerne Glockenstuhl mit der historischen Hebevorrichtung ist von besonderer Bedeutung. „Er ist der einzig erhalten gebliebene dieser Art in Sachsen“, sagt der Glockensachverständige Roy Kreß. Der Zustand der Glocken, der Glockenarmaturen, insbesondere die falsche Aufhängung an gekröpften Stahljochen, sowie die veraltete Antriebstechnik machen eine Restaurierung dringend erforderlich. Neben der Umhängung der Glocken auf gerade Holzjoche ist geplant, den unteren Teil des Glockenstuhls zu rekonstruieren und ferner den oberen Teil, der in den 1950er Jahren durch eine Stahlkonstruktion ersetzt wurde, neu zu konstruieren. Um das Plenum der großen Glocken wirkungsvoll abzurunden, vor allem aber die bestehenden wertvollen Glocken sowie den Glockenstuhl wesentlich zu entlasten, soll das vorhandene, sehr tiefe Geläut zudem um mindestens drei kleinere Glocken ergänzt werden. Durch die Spendenkampagne zur Restaurierung und Erweiterung des historischen Geläuts der Thomaskirche, die der Thomaskirche – Bach e.V. im Oktober 2017 initiiert hat, sind bisher knapp 100.000 Euro zusammengekommen, sodass die Arbeiten nun beginnen können. Insgesamt sind 350.000 Euro notwendig, um die Glocken der Thomaskirche wieder in ihrem vollen Klang ertönen zu lassen.

Der im Jahr 1997 gegründete Thomaskirche – Bach e.V. gehört zu den erfolgreichsten Fördervereinen in Leipzig. Aktuell zählt er 347 Mitglieder weltweit. Mit den Spenden, die der Verein akquiriert, unterstützt er die Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas, die Thomaskirche als Ort des Glaubens, des Geistes und der Musik zu erhalten und verschiedene Projekte zu finanzieren.

Informationen: www.thomaskirche.org/r-glocken-projekt.html

Glockensachverständiger Roy Kreß, Bausachverständiger Prof. Andreas Wellner, Pfarrerin Britta Taddiken, Geschäftsführerin Thomaskirche – Bach e.V. Helke Rubitzsch und Tragwerksplaner Jochen Ritter-Müller (v.l.) bei der Vertragsunterzeichnung.

Quelle „Thomaskirche – Bach e.V.“

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